Die evangelische Trinitatiskirche

Die Trinitatiskirche ist die erste eigens für den evangelischen Gottesdienst erbaute Kirche in der Stadt Köln. Jahrhunderte lang war es im romtreuen Köln verboten, protestantische Gottesdienste zu feiern. Ab dem Jahr 1570 wurden die ›Falsch-Gesinnten‹ sogar bekämpft, verhört, inhaftiert oder der Stadt verwiesen. Wer am katholischen Gottesdienst nicht teilnahm, war ebenso verdächtig wie der, der bei Prozessionen keine Blumen vor seinem Haus streute. Deshalb bildeten sich die ersten evangelischen Gemeinden vor den damaligen Stadttoren Kölns, etwa in Frechen oder rechtsrheinisch in Volberg und Mülheim. In Köln wurde heimlich und im Stillen, meist in Privatwohnungen, gebetet und gefeiert.

 

Erst als die französischen Revolutionstruppen die Stadt am Rhein besetzt hatten und den Kölner Bürgern das Recht auf Religionsfreiheit zusicherten, feierten die ehemals heimlichen evangelischen Gemeinden ihren ersten öffentlichen Gottesdienst: im Haus der Brauerzunft an der Schildergasse. Ihr erstes eigenes Gotteshaus, die Antoniterkirche, bekamen sie 1802 von der französischen Stadtverwaltung. Die evangelische Minderheit, zu der viele Kaufleute und Fabrikanten gehörten, entwickelte langsam ein stärkeres Bewusstsein gegenüber der katholischen Mehrheit. Im 19. Jahrhundert stieg der Anteil der evangelischen Bevölkerung in Köln; ebenso die Zahl der Gemeinden und Pfarrstellen. Für die stetig wachsende Gemeinde reichte die Antoniterkirche bald nicht mehr aus, weswegen um 1830 die ersten Pläne zur Errichtung eines neuen Gotteshauses diskutiert wurden: Die evangelische Trinitatiskirche. König Friedrich Wilhelm IV. unterstützte das Vorhaben von Anfang an: Während er den »gewaltigen Dom seiner Vollendung entgegen führte«, wollte er auch »für die Evangelischen eine schöne würdige Kirche, einen protestantischen Dom bauen« lassen, schrieb der erste Chronist der Evangelischen Gemeinde Köln.

 

Die von Friedrich August Stüler konzipierte und unter der Leitung von Eduard Kramer 1857 bis 1860 errichtete Trinitatiskirche ist eine von Norden nach Süden gerichtete, dreischiffige, vierachsige Emporenbasilika, der eine sogenannte Porticus – der offene Säulengang vor dem eigentlichen Kirchraum – vorgelagert ist. Dem Mittelschiff schließt sich eine in doppelter Mauerstärke gefertigte, polygonale Apsis an. Die Seitenschiffe enden flach, um je einem zweigeschossigen Anbau quadratischen Querschnitts genügend Raum zu bieten. Der hohe, schlanke Turm mit seinem quadratischen Querschnitt gehört zu jenen Elementen des Kölner Stadtbilds, die die Skyline längs des Rheins mitprägen.

 

Seit 1982 steht die Kirche unter Denkmalschutz – und gilt als eins der herausragenden Beispiele für den preußisch-berlinerischen Spätklassizismus, der sich an altchristlichen Vorbildern orientiert.

 

Der »protestantische Dom« wird heute als Kultur- und Event-Kirche des Evangelischen Kirchenverbands Köln und Region genutzt – und steht anderen Institutionen wie der Oper Köln, dem Westdeutschen Rundfunk (WDR), aber auch Unternehmen oder Privatpersonen offen.