Architekturgeschichte

Architekturgeschichte

Als der König von Preußen, Friedrich Wilhelm IV., davon hörte, dass die Evangelische Gemeinde Köln den Bau eines eigenen Gotteshauses plante, interessierte dies den kunstbegeisterten Monarchen sehr. Jedoch kamen ihm Bedenken, als ihm die zumeist im neo-gotischen Stil gehaltenen Pläne des Neubaus gezeigt wurden: 1845 äußerte er in einem Schreiben an das Presbyterium der Evangelischen Gemeinde Köln den Wunsch, die neue Kirche möge die Gestalt einer Basilika aus der »ältesten christlichen Zeit« haben, da sie sonst in einer Stadt unterginge, in der es so viele original erhaltene, »großartige Bauwerke« aus der nach-christlichen – also romanischen und gotischen – Epoche gebe. Noch im selben Jahr legte mit Friedrich August Stüler (1800-1865) der ›Architekt des Königs‹ und ein Schinkel-Schüler einen ersten Entwurf für den Neubau vor, der nach einigen Überarbeitungen vom Presbyterium angenommen wurde. Die Revolutionswirren des Jahres 1848 führten allerdings zu einem Planungsstopp des Kirchen-Neubaus.

 

Die Kirche in einer Häuserzeile

Als 1852 das Projekt wieder aufgegriffen wurde, zeigte es sich, dass bereits 1850 Gemeindeglieder das nahe dem Rhein gelegene Grundstück des einstigen Luciaklosters am Filzengraben erworben hatten, um den Neubau dort zu errichten – sehr zur Überraschung von Stüler. Der hatte damit gerechnet, dass der Neubau an der Stelle der alten Antoniterkirche auf einem freien Grundstück errichtet würde. Nun fand er als Baugrund ein beengtes Stück Land in einer Häuserzeile vor. Dies vertrug sich seines Erachtens schlecht mit seinem Entwurf, den er nach dem Vorbild altchristlich-spätantiker Basiliken konzipiert hatte und der ein freies Umfeld erforderte. Die Gemeinde wollte aber wohl die Antoniterkirche in ihrer vorhandenen Form behalten und sah sich nicht zuletzt aufgrund der gestiegenen Zahl von Gemeindegliedern verpflichtet, mit der Trinitatiskirche eine zusätzliche Predigtstätte zu errichten.

 

Genügend Licht

Deshalb modifizierte Stüler nach einer Besichtigung des Baugrunds seine Pläne, um den Kirchbau dem Grundstück anzupassen. Die Kirche wurde nun höher konzipiert, um trotz der nahen Nachbarbebauung für genügend Licht im Innenraum zu sorgen. Stüler behielt trotz der geänderten Proportionen sowohl im äußeren Erscheinungsbild als auch im Inneren Elemente der altchristlichen Kirchenbaukunst bei, während er die hohe und schmale Fassade nach oberitalienischen Vorbildern gestaltete – am deutlichsten zu sehen an der Gestaltung des hohen, schlanken Glockenturms, der an einen italienischen Campanile erinnert.

 

Grundsteinlegung und Zerstörungen

Die Grundsteinlegung erfolgte am 28. Oktober 1857, die Einweihung am 3. Juni 1860 (Sonntag Trinitatis) als St. Trinitatiskirche, 1861 konnten die drei von Christian Claren gegossenen Glocken in den Turm gehängt werden - sie sind bis heute »im Dienst«. 1889 wurde die Kirche erstmals zerstört: Ein Orkan zerschlug die oberen Fenster, der Innenraum – bis hin zu den Hauptelementen der liturgischen »Ausstattung«, den Prinzipalstücken – musste restauriert werden. Nur das Taufbecken aus Carrara-Marmor blieb bis heute erhalten.

 

Wiederaufbau

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche bei Bombenangriffen bis auf einige Reste der Außenmauern zerstört. Der Wiederaufbau konnte erst 1953 beginnen. 20 Jahre nach Kriegsende, im Juli 1965, konnte der protestantische Dom Kölns wieder eingeweiht werden. Der Wiederaufbau dauerte unter anderem deshalb so lang, weil die damalige Stadtkonservatorin, Dr. Hanna Adenauer, schon kurz nach Kriegsende konstatierte, dass diese Kirche denkmalschutzwürdig sei. Und zwar unter anderem eben darum, weil sie die erste Kirche Kölns war, die nur für Menschen evangelischen Glaubens gebaut wurde.